Statisches Bloggen ganz schlank =============================== Keine Frage, statische Webseiten sind in. Tools wie Jekyll, Hyde, nanoc und Konsorten erhalten zunehmend Aufmerksamkeit. Die Gründe sind mannigfaltig. Die Performance statischer Webseiten, die nicht erst durch mehrere Schichten PHP zusammengestückelt werden, liegt auf der Hand. Diese Tools sind auch verhältnismäßig einfach gestrickt, so daß beispielsweise ein Jekyll viel leichter zu verstehen und anzupassen ist als ein Movable Type oder ein Wordpress. Wobei allerdings nanoc einen in die Verzweiflung treiben kann, die Details können teuflisch komplex werden. Vor allem jedoch faszinierte mich an statischen Webseiten der Minimalismus. Back to the roots, die Zukunft ist die Vergangenheit. Echte Männer schreiben echte Webseiten. Letztenendes ist das aber noch zu weich für einen echten Mann. Es sind doch noch immer nur Tools, die die eigene Eingabe auf diverse Arten formatieren und Webseiten ausspucken. Richtig bloggen heißt: What you write is all that you get. Eingabe gleich Ausgabe. Noch nichtmal ein Markdown-Layer zwischen mir und dem veröffentlichten Ergebnis. Richtig bloggen heißt auch: Radikaler Minimalismus. Kein Tool. Nur ich und mein Texteditor. Handgeschrieben. Eine Datei. Und ein Webserver. Text, Baby! Kein HTML! Kein Ringen um semantisches Markup.
drumrum oder doch nur
? Egal. HTML5-Outline-Algorithmus? Wen kümmerts. Und es gibt prior art. Einige der coolsten, relevantesten und gehaltvollsten Informationshappen sind Text: Peter Gutmanns X.509-Styleguide. Die RFCs. Bleibt eine Stelle, an der auch ich nicht radikal genug bin: Der Webserver. Über Gopher müßte man veröffentlichen. Oder FTP. Oder SAFT. Über Finger. Über DNS-Records. Aber ich beschränke den radikalen Minimalismus auf mich. Und zwinge nicht den Leser dazu. Wie umsetzen? Ganz einfach. UTF-8-kodierte Textdateien. Ausgeliefert als text/plain. 72 Spalten als Limit für die Textbreite. Auszeichnung mit Text-Zeichen. Eine .htaccess mit "Options +Indexes".